Roundtable digitale Führung: Was Unternehmen aus der Pandemie lernen können

Dr. Sandra Hofmann, Forschungsfeldleiterin für internationale Sozialpolitik bei WifOR, spricht in dem Podcast Arbeit. Bildung. Zukunft mit Dr. oec. Lukas Kagerbauer über die Themen Arbeitsmarkt 5.0 und digitale Führung. Welche Chancen und Risiken bei der digitalen Führung entstehen, wie Führungskräfte zur mentalen Gesundheit der Mitarbeitenden beitragen können und wie Führung in Post-Corona-Zeiten gestaltet werden kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

„Arbeitsmarkt 5.0“: Der Mensch im Fokus

Bei den Begriffen Arbeitsmarkt 1.0 bis 4.0 steht die Optimierung von Abläufen und Geschäftsprozessen im Mittelpunkt. Mit dem Kunstbegriff „Arbeitsmarkt 5.0“ beschreibt WifOR eine neue Zeit, in der das Hauptaugenmerk auf den Arbeitnehmer:innen liegt. Zu verschiedenen Aspekten des Konzeptes tauscht sich WifOR regelmäßig mit anderen Arbeitsmarktexpert:innen aus – zuletzt zu dem Thema „digitale Führung“. 


Chancen und Risiken der digitalen Führung

Die Verlagerung von Führung ins Digitale birgt einige Chancen und Risiken – für Mitarbeitende und Führungskräfte. Wenn im Homeoffice die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben besser gelingt als bei der stationären Arbeit, kann dies die Zufriedenheit der Arbeitnehmer:innen verbessern. Auch empfinden viele Mitarbeitende die gewonnene Freiheit und Eigenverantwortung als positiv. Doch teilweise entsteht für Arbeitnehmer:innen im Homeoffice eine Zusatzbelastung, wenn beispielsweise gleichzeitig die Kinderbetreuung wegfällt. Zudem haben Führungskräfte durch die Verlagerung der Meetings ins Virtuelle oft eine höhere Termindichte und weniger Pausen. Dementsprechend fehlt für den informellen Austausch oft die Zeit, wodurch das Risiko besteht, dass die persönliche Ebene vernachlässigt wird. Da der persönliche Kontakt entfällt, sind neue Wege nötig, um den Team-Zusammenhalt aufrecht zu erhalten. Gelingt dies nicht, könnten einzelne Mitarbeitende im Homeoffice den Bezug zu dem Unternehmen verlieren.

Maßnahmen zur Herstellung und Bewahrung der mentalen Gesundheit  

Bei Remote-Work gibt es häufig keine räumliche Trennung von Arbeit und Privatem, sodass es manchen Menschen schwerfällt, klare Grenzen zu ziehen. Auch empfinden es einige Arbeitnehmer:innen als Stress, stetig Einblicke in ihre privaten Räumen zu bieten. Zudem haben manche Mitarbeitende den Eindruck, ihre fehlende Präsenz durch mehr Output kompensieren zu müssen. So kommt es teilweise zur maximalen Arbeitsverdichtung im Homeoffice.

Um die mentale Gesundheit von Mitarbeitenden zu fördern, können Führungskräfte bei der Abgrenzung der Arbeit sowie dem Zeitmanagement unterstützen. Eine ausgewogene Work-Life-Balance wirkt sich zudem positiv auf die Kreativität und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen aus.  Hier ist es wichtig, Grenzen und Pausen zu respektieren. Auch indem Führungskräfte selbst Schwächen preisgeben, können sie ihre Mitarbeitenden dazu ermutigen, Sorgen offen zu äußern. 

Führung in Post-Corona-Zeiten

Während der Pandemie gab es in vielen Bereichen keine andere Möglichkeit als digital zu führen. Nach der Krise haben Firmen aber die Freiheit, die Arbeit in ihren Teams selbst zu gestalten. Da die Rückkehr zum Vor-Corona-Zustand für viele Arbeitnehmer:innen zu unattraktiv ist, wird auch künftig ein großer Anteil an Führung digital erfolgen. Dadurch wird in Zukunft eine Orientierung am Output wichtiger werden als Präsenz. Ein starker Hebel bietet dabei eine wertorientierte Führung: Wenn Teams Klarheit über ihre gemeinsamen Ziele haben und wissen, wofür sie zusammen antreten, handeln sie eher im Sinne des Unternehmens. Insgesamt wird die Führung der Zukunft individualisierter, diverser und angepasster an die Bedürfnisse des Einzelnen. Dabei gibt es keine einheitliche Lösung, da hier unter anderem auch die Unternehmenskultur und Branche bedeutend sind. Die Erfahrungen aus der Pandemie bieten Unternehmen aber wertvolle Anhaltspunkte, um individuelle Lösungen für ihre Arbeitsmodelle der Zukunft zu entwickeln. 

In dem Podcast „Arbeit. Bildung. Zukunft.“ sprechen Dr. Sandra Hofmann und Dr. oec. Lukas Kagerbauer über die Ergebnisse des Roundtables Arbeitsmarkt 5.0: Digitale Führung. Die Folge können Sie hier anhören:

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